Gärtnerei für Biosaatgut Rienäcker

Warum überhaupt Biosaatgut?

Saatgut darf sich nach den geltenden Vorschriften für den ökologischen Landbau schon dann Bio- oder Ökosaatgut nennen, wenn es aus einmaliger ökologisch anerkannter Produktion stammt. Das heißt, auch konventionelles Saatgut (natürlich ausgeschlossen gentechnisch verändertes) wird nach einmaligem Anbau im Ökobetrieb zum Öko- oder Biosaatgut.

Wir wollen den Begriff Biosaatgut aber weiter fassen und unser Saatgut dadurch für den Hobbygärtner attraktiver machen. Dazu sind einige Erklärungen notwendig.

Die modere Züchtung von Gemüsepflanzen ist im Wesentlichen auf die Belange der gärtnerischen Großproduktion, des Handels und der technischen Verarbeitung abgestimmt. Leider bleibt dabei z.B. der Geschmack manchmal auf der Strecke. Die dadurch bedingten Zuchtschwerpunkte wie gleichförmige Fruchtgröße, gute Transportfähigkeit, gleichzeitige Reife (für industrielle Ernte notwendig), spielen für den Kleingärtner oft nur eine untergeordnete Rolle oder sind nicht erwünscht (z.B. bevorzugen viele Kleingärtner eine längere Fruchtreife- und damit Erntedauer). Aus diesem Grund versuchen wir vor allem alte Sorten, die noch mehr auf die Ansprüche der Kleinerzeuger gezüchtet wurden, zu vermehren.

Ein Teil des im Handel angebotenen Saatgutes ist Hybridsaatgut, das heißt, es ist direkt aus einer Kreuzung entstanden. Dieses Saatgut ist nicht vermehrungsecht. Dies bedeutet, Sie können sich bei Interesse nicht Ihr eigenes Saatgut erzeugen. Wir verwenden ausschließlich erbechtes Saatgut. Wenn Sie wollen können sie sich Ihr Saatgut immer wieder selbst erzeugen.

Fast alle großen deutschen Saatguthersteller haben heute nur noch ihre Züchtungs- und Konfektionierungsbetriebe in Deutschland. Die arbeitszeitaufwendige und von der Witterung stark abhängige Saatgutvermehrung findet oft in Süd-, Südosteuropa oder Afrika statt. Damit entsteht ein leichter Auswahldruck in Richtung Wuchs in südlichem Klima. Unser Saatgut wird nur bei uns (siehe unsere Firma) vermehrt, das bedeutet, wir selektionieren nur die Exemplare, die auch unter unserem Klima gute Erträge bringen. Der Anbau findet auch ausschließlich unter freiem Himmel statt (nur die Jungpflanzenanzucht einiger Arten werden im Gewächshaus angezogen und Salat wird unter Folie vermehrt, da ein Regenschauer sonst die ganze Samenernte verderben könnte).

Eines der modernen Zuchtziele sind auch Höchsterträge, die aber nur noch im komplexen, systemischen Einsatz erzielt werden. Dies bedeutet, nur unter bestimmten konstanten Bedingungen (nur in klimatisch steuerbaren Gewächshäusern) und unter Einsatz von synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln können die Höchsterträge erbracht werden. Unter normalen Freilandbedingungen sind die meisten dieser Sorten, den traditionellen aber unterlegen. Da sich der Einsatz von synthetischen Mitteln im Ökogartenbau verbietet, bauen wir nur Sorten an, die im Freiland und ohne synthetische Hilfen auch gute Erträge bringen. In Jahren mit extremen Witterungsbedingungen sind die alten Sorten den modernen meist sogar stärker überlegen.

Unsere Saatgutproduktion

Wir garantieren Ihnen, dass wir nur in unserem Betrieb erzeugtes Saatgut anbieten. Das Saatgut entspricht nicht nur den Anforderungen des ökologischen Anbaus, sondern auch denen des Saatgutverkehrsgesetzes.

Ausgangspunkt unserer Vermehrung ist fast ausschließlich Saatgut, welches aus biologischem Anbau stammt. Nur in seltenen Fällen greifen wir im Rahmen der Vervollkommnung unseres Sortimentes sowie der Erschließung neuer, interessanter Arten und Sorten auch auf konvertionell erzeugtes Saatgut zurück.

Da unsere Produktion nur auf kleinen Flächen stattfindet, unsere Anbauflächen unterscheiden sich in Größe und Anlage kaum von einem Kleingarten, ist der Anteil von Handarbeit sehr hoch. Dies bedingt auch die etwas gehobenen Preise unserer Saatgutportionen.

Biosaatgut Rienäcker - Dr. Gerald Krebs - Neustädter Strasse Nr. 14 -
06502 Thale - Tel. 03947 67502